Flüchtlingskrise – Lösungen der AfD – Asylantrag im Ausland

Die AfD fordert in ihrem Thesenpapier zum Thema Asyl Keine Asylanträge mehr in Deutschland„. Stattdessen soll dies in den deutschen Botschaften des Herkunfts- bzw. dessen Nachbarländer erfolgen. Ziel ist hierbei, dass Menschen, die eine Einreise aus wirtschaftlichen Gründen anstreben, bereits in ihrem Heimatstaat eine Ablehnung ihres Asylantrages erhalten, und somit gar nicht erst nach Deutschland kommen.

Von der Entwicklung überholt

Dieser Vorschlag klingt auf dem ersten Blick plausibel. In 2014 bis weit in das Jahr 2015 hinein, wurden beispielsweise eine große Anzahl an Asylanträgen von Bürgern der Balkanstaaten gestellt. Auch wenn durchaus einige dieser Anträge bewilligt wurden ( etwa 2 % ), ging es hier den allermeisten Menschen nicht um den Schutz vor Verfolgung. Vielmehr war eine Einwanderung nach Deutschland, mit dem Ziel der Arbeitsaufnahme, angestrebt. Hierfür ist aber die Asylgestzgebung der falsche Weg. Vielmehr müssten die bestehenden Gesetze zur Einwanderung angewandt werden. Diese sehen die Beantragung eines entsprechenden Visums in den Herkunftsländern vor. Hierbei spielen humanitäre Aspekte keine Rolle, sondern es findet ein Interessenausgleich zwischen den Einwandernden und Deutschland statt.

Auch durch eine intensive Informationspolitik in den betroffenen Staaten, sank der Anteil der Bürger aus Balkanstaaten an allen Asylbewerbern kontinuierlich. Derzeit liegt die Quote bei unter zwei Prozent. Die Forderung der AfD würde so zu keiner weiteren Verbesserung führen.

Die praktische Umsetzung ist problematisch

Das Aufsuchen der deutschen Botschaft in den Fluchtländern kann mit erheblichen persönlichen Gefahren für Asylbewerbern einhergehen. Eine Flucht vor Verfolgung wird aus guten Gründen häufig im Geheimen geplant. Das Aufsuchen der deutschen Vertretung offenbart aber diese Pläne. Außerdem sind in Kriegsgebieten die Botschaften normalerweise geschlossen.

Realistischer Weise muss man davon ausgehen, dass Asyl nur in den entsprechenden Nachbarstaaten beantragt werden kann. Sollen die Anträge in angemessener Zeit bearbeitet werden, müsste, im Fall von z:B. Syrien oder dem Iran, ein dramatischer Personalaufbau stattfinden. Die AfD beschreibt hier nicht, wie sie hierfür die entsprechenden Bewerber bekommen möchte, für die ja dann auch entsprechende Büros zur Verfügung gestellt werden müssten.

Auch unbeantwortet ist die Frage nach der Unterbringung der Flüchtlinge während des Asylverfahrens. Insbesondere zu Begin einer Kriese, wenn das o.g. Personal noch nicht vorhanden ist, kann es sich um hunderttausende Antragsteller handeln, die in den Hauptstädten der Nachbarländer untergebracht werden müssten.

Die Anzahl der Flüchtlinge in Deutschland würde steigen

Die AfD möchte die Anzahl der Flüchtlinge in Deutschland begrenzen. Derzeit bleiben die meisten aus Syrien oder dem Irak in den direkten Nachbarländern, soweit sie dort unter menschenwürdigen Bedingungen leben können. Eine Flucht nach Deutschland ist gefährlich und oft einfach zu teuer. Hätten die Menschen die Möglichkeit, in diesen Nachbarändern, Asyl für Deutschland zu beantragen, dürften davon viele Gebrauch machen. Insbesondere, wenn Deutschland der einzige Staat ist, der diesen Weg einräumt, würde sich wohl der größte Teil an Flüchtlingen weltweit auf Deutschland konzentrieren.

Eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in Europa ist derzeit, aufgrund nationaler Interessen, sehr schwer zu realisieren. Durch einen Alleingang, wie ihn die AfD vorschlägt, schwinden die Chancen hierfür weiter.

Nicht zu Ende gedacht

Auch wenn auf den ersten Blick einiges für diesen AfD- Vorschlag zu sprechen scheint, zeigt sich bei genaueren Hinsehen doch, dass er letztlich kein Problem löst, sondern sogar zu einer Verschärfung beitragen würde.

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